Kids – zehn Monate lang drei Kinder

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Hallo Ihr Lieben,
heute ist der „Zehn-Monats-Geburtstag“ unserer Kleinsten! Ist das nicht unfassbar? ZEHN MONATE!!!
Ich frage mich wirklich, wo ist nur die Zeit geblieben?!
Sie kämpft gerade mit dem Durchbruch des sechsten Zahnes, brabbelt sogar – für uns sehr deutlich!! – Mama und Papa, krabbelt, klettert alleine die Treppen hoch, läuft an Gegenständen entlang oder mit Gegenständen umher… Sie ist doch gerade erst geschlüpft!

Daher mag ich diesen Anlass heute nehmen und mal etwas zusammenfassen, wie nun die letzten zehn Monate als „Großfamilie“ so waren.
Ich berichte jetzt einfach mal – wieder ganz ehrlich – aus meiner Perspektive, da ich ja doch den Alltag größenteils alleine mit den drei Mäusen bewältige.

Der Alltag ist stressig. Punkt!
Es geht damit los, drei Kinder morgens fertig zu machen, weil man zu einer Zeit X das Haus verlassen muss. War die Nacht nicht so erholsam oder habe ich mit Mini morgens fünf Minuten zu lange gekuschelt, geraten wir [gerate ich] wirklich in Stress. Winter ist da auch nicht so toll, bis alle dick eingepackt sind, bin ich schon wieder nass geschwitzt! 😉
Mein Sohn mit 5,5 Jahren macht vieles ganz selbständig, die Mittlere macht ja sowieso alles „selber“ und „alleine“ (was nicht gerade immer in mein Zeitfenster passt – jaja, Geduld), aber trotzdem bin ich manchmal froh, wenn die zwei Größeren im Kindergarten sind und ich erstmal in Ruhe einen Kaffee trinken kann!

Der Alltag ist ein logistisches Meisterwerk. Punkt!
Bin ich alleine mit drei Kindern, fehlt mir einfach oft eine Hand, besser zwei Hände! Das Baby hat die Hose voll und mag gestillt werden, die Mittlere liegt mit einem Trotz-Dramen-Schreianfall auf dem Boden und der Große schmeist einen Becher um… Binnen einer Sekunde läuft mein Hirn auf Hochtouren, um mir klare Anweisungen zu geben, je nach Dringlichkeit, was als erstes zu tun ist. Spätestens dann bin ich zum zweiten Mal klatschnass geschwitzt.
Aber nicht nur das erfordert logistische Höchstleistungen, sondern auch das Koordinieren sämtlicher Aktivitäten. Fußballtraining, Musikunterricht zum einen, Turnstunde und musikalische Früherziehung zum anderen und irgendwo dazwischen ein Pekipkurs.

Der Alltag kann unheimlich lang und kräftezehrend sein. Punkt!
Meine Kinder sind absolute „Draußen-Kinder“. Sobald es das Wetter zu lässt, sind wir lange spazieren, auf Spielplätzen zu finden oder es wird mit passender Kleidung im Garten getobt und gematscht. Aber sie wollen ja auch mal andere Sachen machen, wie kneten, basteln, einfach nur drinnen spielen. Ist dann schlechtes Wetter und sie können nicht raus, geht das alles eine Weile gut. Aber irgendwann gibt´s Zoff zwischen den Großen. Und das zehrt. Zehrt an meinen Nerven. Da kann sich ein Tag wie Kaugummi ziehen und ich sehne mir nur den „Feierabend“ herbei.
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Und wir haben hier jetzt noch nicht über die Situationen wie Krankheitsfälle o.ä. gesprochen.

Der Alltag ist aber wieder aufregend und das reinste Abenteuer! Jawohl!
Aber trotz des ganzes Stresses, ist ihre Kindheit mein Alltag! Und dieser ist wunderschön. Denn auf einmal werden ganz alltägliche Dinge zum größten Abenteuer! Der schnelle Kuchen, der zwischendurch gebacken wird, wird zum Riesenspaß, wenn ihn die Kids backen dürfen. Der Weg zum Kindergarten, den ich in Eile zurücklege, erstrahlt wirklich in neuem Glanz, wenn man sich von der Begeisterung der kleinen Monster anstecken lässt – der sich langsam verfärbende Himmel in der Dämmerung, das erste Frühlingsblümchen, das in irgendeinem Vorgarten zu finden ist oder die ganzen Geschichten, die sie mir alle ins Ohr quasseln, wenn wir unterwegs sind. Die Welt mit Kinderaugen sehen! Mal innehalten! Mal die frische Luft tief einatmen! Sich wieder über ein Gänseblümchen freuen! Das ist einfach nur wunderschön! Wunderschön ist auch bei ganz simplen Alltagsdingen zu sehen, wie sie reifen und wie sie die Welt entdecken, jedes auf seine eigene Art und Weise!

Der Alltag erteilt mir täglich neue Lektionen! Im positiven Sinne!
Ich bin eine Perfektionistin. Das ist nicht immer gut! Der Alltag mit meinen Kindern lehrt mich, vieles mal lockerer angehen zu lassen, mal wirklich fünf gerade sein zu lassen. Läuft nicht immer alles nach {meinem} Plan, ist das auch nicht schlimm, sondern etwas Entschleunigung im Alltag tut uns allen gut. Vor allem mir. Trotz der logistischen Meisterleistung ist es wichtig kleine Inseln zu schaffen. Die Zeit der Turnstunde nutzen und mit Mini in der Wintersonne laufen. Die Fahrt von A nach B zum Musikhören nutzen, Musik macht mir immer gute Laune! Während der Musikstunde einen Kaffee trinken und einfach da sitzen und nicht schon wieder überlegen, was als nächstes kommt.
Und die hektischen Situationen hier, wenn ich denke, mir fehlt eine Hand, sind manchmal sogar auch sehr schön. Zu sehen, wie mein Sohn gereift ist in seiner Rolle als großer Bruder. Wie viele Handgriffe er mir mit seinen fünf Jahren schon abnimmt, weil ER es mag und nicht, weil ich ihn bitte. Zu sehen, wie die Empathie unter Geschwistern steigt und zu erfahren, was bedingungslose Liebe ist! Und trotz so mancher Ausnahmesituation hier, gibt es nichts friedlicheres für mich, als drei ins Spiel vertiefte Kinder zu beobachten! Oder ein Baby, das auf meinem Arm schlummert, obwohl um uns herum ein Geräuschpegel vergleichbar mit einem Rockkonzert herrscht!

Den Alltag auch hin und wieder bewusst nur für mich oder für uns Paar wahrnehmen.
Merke ich, dass der Tag sehr kräftzehrend für mich, besinne ich mich um so mehr auf Zeit für mich! Die ersten Monate hatte ich das irgendwie vernachlässigt. Nun haben wir uns aber ja schon eine Weile „gefunden“ und sind als nun 5köpfige Familie zusammengewachsen, da darf auch ein klein bißchen Egoismus nicht fehlen. Wenn Mini mittags schläft, lasse ich die anderen Zwei auch mal alleine in ihren Zimmern mit einer Hörspiel-CD oder wie auch immer. Dann trinke ich im Wohnzimmer in Ruhe einen Kaffee (heimlich mit Schoki). Ich lege mich abends mit einer Klatschzeitung in die Badewanne und räume nicht die Spülmaschine ein und aus. Ich gehe auch wieder zum Sport (da darf Mini mit).
Und vor Minis Geburt waren wir einmal monatlich Paar – nicht Eltern. Dieser Abend gehörte nur uns, die Kinder gehörten den Großeltern. Und das wollen wir jetzt ab Februar wieder einführen. Mal wieder nobel Essengehen und bewusst miteinander reden. Kein schnelles Abendessen beim Italiener, weil dies so praktisch ist mit Kindern.
Und um noch eins oben drauf zu setzen, jetzt ab Februar gehe ich auch wieder einmal monatlich alleine aus. Ohne Kinder. Ohne Mann. Mit meinen Mädels. Auch wenn ich vorher manchmal denke, oh nee, zu müde, lohnt sich das aufrappeln und ausgehen. Es ist herrlich befreiend, zu lachen, zu tratschen, mal andere Themen als Wickeln und Babykotze 😉 zu hören. Und schon ist der Akku voll für die nächste Schlechtwetterfront im Hause LifestyleMommy.

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Zusammenfassend kann ich sagen, dass es schon ein Weilchen mit drei Kleinkindern dauert, bis hier jeder seine Rolle gefunden hat. Aber trotz so manchen Stressmomenten, die mich um gefühlte fünf Jahre altern lassen, ist das Leben mit drei Kindern wundervoll. Und das meine ich ganz ehrlich. Teilweise sind sie sich sehr ähnlich, teilweise grundverschieden. Jedes für sich einzigartig. Auch wenn sie sich zoffen, diese Geschwisterliebe ist ein starkes Band und das zu beobachten ist unbezahlbar! Wenn man auch mal etwas an sich denkt, dann kann man sich auch voll und ganz auf dieses wilde, laute und turbulente Leben einlassen!

Liebe Grüße von Eurer LifestyleMommy

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2 Kommentare zu „Kids – zehn Monate lang drei Kinder

  1. Das hast du wunderschön geschrieben! Auch wenn hier nur zwei Kinder mehr oder weniger rum wuseln kann ich dein Worte gut nachvollziehen und finde es schön, dass du so ehrlich bist. Dass es auch Momente gibt, wo man froh ist, wenn dann alle im Bett sind. Aber es ist schön MIT Ihnen den Alltag erleben zu dürfen!

  2. Wir sind uns so ähnlich. Ich bin auch eine geborene Perfektionistin (leider). Mit 3 kleinen Kindern nicht immer einfach 😉
    Aber es wird: ) Und man wächst mit den Herausforderungen. Auch wenn es ab und zu wahnsinnig stressig ist, finde ich wird es Monat für Monat einfacher.

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